SERRALUNGA Colour Consulting Days – Interview mit Francesca Valan

Am vergangenen 8./9. Mai fand im Orden der Architekten von Mailand der Workshop „Colour Consulting Days" statt, in dem die neuen Farbtrends der Serralunga-Vasen entdeckt wurden. Die Architekten, die an diesem Ereignis teilnahmen, hatten die Möglichkeit, die Vasen NewPot design by Paolo Rizzato for Serralunga individuell zu färben.

Die berühmte Industrial Designerin Francesca Valan, die auf Farbentwicklung spezialisiert ist und Referentin des Projekts war, hat die Kenntnisse der Teilnehmer über die neuen Farbtendenzen in Bezug auf ihre persönliche Theorie über die „Harmonien des Orts" bereichert.


Serralunga hat sie in einem kurzen, aber interessanten Interview angetroffen. Viel Spaß beim Lesen. 

 

S: Welche Zufriedenheit hat Ihnen dieser Workshop gebracht und welche Farbannäherung durch die Architekten haben Sie feststellen können?

F: Der Workshop hat die Architekten dank der Komponente der praktischen Aktivitäten angenehm überrascht. Es war eine wunderschöne Erfahrung, schon von Beginn an hat sich ein harmonisches Teilnahmeklima unter den Personen ergeben. Farbe ist sehr „social". 

 


S: Können Sie uns den Event kurz erzählen?

F: Der den neuen Outdoor- und Indoor-Flächen gewidmete Event hat das Format der Kurse etwas revolutioniert, da er als eine große Gruppenarbeit organisiert wurde: Ein Co-Working Day. Die Architekten haben zwei Tage arbeiten und Farbe, Materialien und Verarbeitungen ihrer vorliegenden Projekte mit der technischen Beratung der Herstellerfirmen von Lacken und den Ideen von Fachleuten entwickeln können.Wir haben die Serralunga-Vasen verwendet, um „Harmonien des Orts" zu kreieren und zu zeigen, wie ein Einrichtungsgegenstand zu einem verbindenden Element zwischen den Farben eines Raums werden kann und eine visuelle Erzählung vervollständigt.Das Resultat war SEHR INTERESSANT.

 

S: Was denken Sie über die Annäherungsweise gegenüber den Farben von Serralunga? Auf welche Weise hat das von Serralunga verwendete „Licht" Einfluss auf die Farbe? 

F: Mit Serralunga zu arbeiten, hat mir immer große Befriedigung verschafft, da sie das Konzept "innen/außen" bei der Anwendung der Farben versteht. Eine im Indoor-Bereich verwendete Farbe hat unterschiedliche Funktionen gegenüber ihrer Anwendung im Outdoor.Serralunga wertet diese Differenz der Orte bestens auf und schlägt im Innenbereich oder im Schatten satte Farben vor, während im Außenbereich neurale Töne geboten werden, die an Steine und Salbei erinnern.Bezüglich der beleuchteten Vasen und somit der Neutral-Licht-Kopplung, bin ich überzeugt, dass der Wert eines Gegenstands auch die Emotion darstellt, die wir spüren. Das Licht hilft dem Produkt, weniger materisch zu sein und Emotionen zu vermitteln. Denken wir an Paloma, ein Klassiker von Serralunga, der dank seiner Form und des Lichts eine Erfahrung und eine Emotion bildet, die über das Design hinausgeht.  

 

S: Welche Rolle spielt die Farbe im Design?

F: Heutzutage ist es immer wichtiger, die richtige Farbe zu wählen. Eine falsche Farbe bedeutet ein falsches Produkt. Man kann nicht mehr an der Form arbeiten und sie sich oft als weiß vorstellen und dann eine oder mehrere Farben erst am Ende aufgrund der Wünsche des Designers zufügen. Die Farbe muss während der Entwicklung oder schon davor bedacht werden.Ansonsten funktionieren die Beziehungen zwischen Form und Farbe nicht: Farbe braucht ihren visuellen Platz. Ein Gegenstand ändert sich sehr, wenn er von weiß zu feuerrot wird; die Form müsste vereinfacht werden, um der Farbe Platz zu schaffen.Ein Beispiel? Das Restyling Cork von Naoto Fukasawa für Serralunga: Eine reine und essentielle Form, die ohne Probleme jegliche Farbe trägt.

 

S: Die Konzeption der universellen Farbe... oder ändert sich das von Kultur zu Kultur?

F: Die Farben des Raums ändern sich von Kultur zu Kultur. Jede Gesellschaft hat ihre Tabus.  Ein Beispiel dafür ist „Grün": Eine ruhige Farbe für Deutschland, aber heilig in Marokko. Dieser Unterschied ist ein Reichtum, ein zu bewahrender Wert. „Retten wir die kulturellen Farben!"

 

S: Was verstehen Sie unter „retten"?

F: Leider verkleinert sich diese kulturelle Differenz durch die enorme technologische Entwicklung der letzten Jahre und der Wert der Farbe vereint sich immer mehr.  Die Farbvorzüge zwischen Korea und England ändern sich eher je nach Altersklasse und nicht bezüglich der unterschiedlichen Kulturen.  

 

S: Sie werden schon oft gefragt worden und wohl müde sein, die Antwort ständig zu wiederholen, aber würden Sie uns freundlicherweise sagen, wie Ihre Leidenschaft für die Farbe entstanden ist?

F: Ich frage mich das auch oft, schon als kleines Kind liebte ich farbige Buntstifte, ich habe aber entschieden, Farbe zu entwickeln, nachdem ich einen Chromatologiekurs von Jorrit Tornquist abgelegt hatte, als ich das erste Jahr des Industrial Design auf der IED belegte.  Und heute hoffe ich, wenn ich an verschiedenen Schulen lehre, dass auch andere meine Leidenschaft entdecken.

 

S: Eine Kuriosität: Wie lautet Ihre Lieblingsfarbe?

F: Die Arbeit mit Farbe ermöglicht mir den Luxus, sie oft zu ändern. Ich könnte sagen, Aprikose heute Morgen und Dunkelblau heute Abend, das hängt vom Moment, der Laune und dem Wetter ab.

 

S: Abschließend, können Sie sich eine Welt in Schwarz-Weiß vorstellen?

F: Es wäre nützlich, dies ab und an zu haben, um ein bisschen sauber zu machen und neu zu starten. Oft wird die Farbe unpassend genützt und schafft so eine chromatische Verschmutzung.  Wenn der Bildschirm eines Fernsehers während eines Spiels auf schwarz-weiß umgestellt wird, kann man das Spiel, die Bewegungen und die Aktionen besser verfolgen. Oft wird die Farbe aufgrund eines Fehlers zum Hauptdarsteller. Viele Landschaften in Italien sind durch zitronengelbe oder pinkfarbene Häuser zerstört. Es gibt ein Zitat von Pablo Picasso, das perfekt auf die Frage antwortet: „Die Farben, wie die Züge, verfolgen die Änderungen der Emotionen" und wir wissen, dass die menschliche Seele mehr als zwei Emotionen hat. 

 

Serralunga ©  

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