PICNIC MIT JOAN GASPAR

 

Ein Design, das durch starke, elegante Volumen geprägt wird. Joan Gaspar hat uns seine Leidenschaften und Projekte verraten, Ausgangspunkt waren die der Vergangenheit.

 

 

Joan Gaspar, spanischer Designer und Innenausstatter. Er entwirft Lampen, Regale, Waschbecken und vor allem Sessel.

Sein Name wurde mehrere Male bei den FAD Awards ausgewählt. 2001 wurde ihm für die von Marset Iluminación produzierte Lampenserie Atlas der Preis Silber-Delta verliehen. Für die gleiche Firma gewann er den Preis 2004 mit Neón de Luz luminaire erneut.

Für Serralunga hat er PicNic und Lluna entworfen: Eine Lampe und einen „beleuchteten Blumentopf.

 

1. Oft beschreibst du dich in den Interviews als „ungeduldig". Bist du das im Leben sowie bei der Arbeit?

 

Ja, sehr. Die Ungeduld ist das Hauptmerkmal meines ganzen Lebens. Und sie war auch der Grund, warum ich das Design anstelle der Architektur gewählt habe!

Ich wäre gerne Architekt geworden. Ich hätte an der Universität immatrikulieren sollen, habe aber gemerkt, dass ich vor allem am Anfang viel lernen und wenig zeichnen hätte müssen. Das Design war eine unmittelbarere, leidenschaftlichere Disziplin, die aus dem Herzen kommt und die man auch als Autodidakt erlernen kann. Man braucht dazu weder eine Schulumgebung noch einen Kunden. Man kann entwerfen, was man möchte, und es dann mit den eigenen Händen anfertigen. Diese Unmittelbarkeit hat mich gefesselt, ich war davon wirklich hingerissen. Dass ich mich heute dem Design widmen kann, ist für mich ein wahrer Segen.

 

2. Was wählt du zwischen Architektur und Design?

 

Beide! Ich betrachte die Architektur gerne, aber ich stelle mir nicht so viele Fragen dazu. Allerhöchstens frage ich mich, ob mir etwas gefällt oder nicht. Das Design hingegen analysiere ich aus beruflicher Sicht, ich untersuche sowohl seine Form als auch das verwendete Material, das für mich von grundlegender Bedeutung ist, eingehend. Ich kontrolliere das Endergebnis und wäge ab, ob eine Verbesserung möglich wäre, indem ich ein bestimmtes Material wähle.

Es ist auch wichtig, dabei zu berücksichtigen, ob das Produkt zur Marke passt, die es anbieten wird.

 

3. Was bietet dir mehr Genugtuung, das Indoor-Design oder das Outdoor-Design?

 

Beide. Beim Entwerfen von Produkten für den Außenbereich interessiert mich der Dimensionenwechsel und die Schaffung eines neuen Kontexts von Objekten, die traditionell dem Innenbereich angehören und nun in Outdoor-Objekte umgewandelt werden: Dieser Umgebungswandel liefert mir Anregungen und ich habe Spaß daran, aber nichts ist einfach..

 

4. Mit welchen Materialien arbeitest du am liebsten?

 

Ich habe eigentlich keine wirkliche Vorliebe: Jedes Material ist für mich interessant, man muss es nur kohärent und mit angemessenen Kriterien anzuwenden wissen. Die Auswahl der Materialien oder der Industrieprozesse gehört zur Ausstattung eines Designers und ist wirklich ein bedeutender, transzendentaler Punkt. Ich bin der Meinung, dass man fähig sein muss, Materialien zu wählen, die ein Konzept zu verstärken wissen, und diejenigen vermeiden, die das Gegenteil erzielen könnten: Dies ist ein grundlegender Teil der Sprache meiner Arbeit.

 

5. Deine Zusammenarbeit mit Serralunga begann 2010. Was bevorzugst du zwischen PicNic und Lluna?

 

Sie sind ganz unterschiedlich: PicNic ist zwanglos und überraschend, ich denke, dass sie emotionell stark geladen ist; Lluna ist konzeptueller, möchte eine begrenzte Grünfläche mit alternativer Form beleuchten, ist aber auch selbst eine Lampe mit eingebauter Grünfläche. Im Vergleich zu PicNic handelt es sich sicher um ein aus konzeptueller Sicht ehrgeizigeres Produkt.

 

6. Wie hast du die Idee gehabt, PicNic zu entwerfen, und warum hast du diesen Namen gewählt?

 

Erinnerst du dich noch an die Lampen, deren Ständer aus einem Keramiktopf bestand und der Oberteil aus einem Stofflampenschirm? Lampen, die man auch heute noch selbst zuhause bauen kann? Die Idee zu PicNic stammt daher.

Im Fall von PicNnic ist das Konzept das gleiche, wurde aber in einer unmittelbareren, zeitgemäßeren Form unter optimaler Nutzung der Rotationstechnik ausgearbeitet, das Ziel ist aber auch angenehm und bewirkt ein unmittelbares Lächeln.

Die Idee zum Namen ist dagegen dem Drängen von Marco Serralunga zu verdanken, der einen Namen wollte, der an die Außenumgebung und das Leben im Freien erinnert. Ich musste an Picknick denken und habe ihn Marco vorgeschlagen, dem er sofort gefallen hat. Ich liebe diesen Namen!

 

7. Wie sieht die ideale Umgebung aus, in der du PicNic gerne sehen würdest?

 

Aufgrund des soliden Charakters dieser Lampe kann man sie sich gut auf Terrassen von Bars und Restaurants am Strand vorstellen, unter anderem widersteht sie auch den Witterungseinflüssen gut, was der Art, wie die einzelnen Elemente, aus denen sie zusammengesetzt ist, hergestellt und montiert sind. PicNic ist ein Produkt, das jedes Ambiente zur Geltung bringt, und Serralunga verfügt über eine phantastische Farbpalette, die sich ausgezeichnet an verschiedene Szenarien anpassen. Die Farben könnten aber auch gut untereinander kombiniert werden.

Es handelt sich sicherlich um ein vielseitiges Produkt.

 

8. Dein heimlicher Wunschtraum.

 

Eine lange Motorradreise, sagen wir einmal ein ganzes Jahr lang, ungefähr.

 

9. Geplante Projekte?

 

Furchtbar viele. Es ist unmöglich, alle umzusetzen. Es ist wichtig, dass der Kopf beschäftigt bleibt, man an neue Dinge denkt, ohne, dass sie zu einer Besessenheit werden. Die beste Idee ist immer auf dem Weg, und wenn sie nicht kommt, gibt es das Motorrad und das Leben.

 

 

Danke Joan!

 

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